Straßenbahnfreunde München e.V.

Informationen zur geplanten Straßenbahn-Neubaustrecke vom Effnerplatz nach Sankt Emmeram.

 

Eine Straßenbahn macht zweimal Ärger, einmal wenn sie gebaut werden soll und dann, wenn Sie wieder stillgelegt werden soll. 

Stillgelegt wird in München seit 1993 keine Trambahnstrecke mehr und das wird auch so bleiben! 

Dafür hat sich in den 80er und frühen 90er-Jahren der Verein der Straßenbahnfreunde München e.V. vehement eingesetzt. 

Nun folgt München nach jahrelangem Stillstand dem internationalen Trend, sein Straßenbahnnetz wieder zu erweitern.

Doch überall wo etwas neues entstehen soll, gibt es einige Sankt-Florians-Jünger, die keine Veränderung vor ihrer eigenen Haustür haben wollen:

So haben die Anwohner Jürgen Mataré und Ursula Stroell unter dem Titel "Contram" ihren Widerstand gegen das Projekt angekündigt.

Darum sagen wir:

PROTRAM contra CONTRAM

Denn der allgemeine Nutzen der neuen Straßenbahn wiegt mehr als die Partikular- und Autofahrerinteressen von Jürgen Mataré.

Für den Bau der Strecke möchten wir folgende Fakten anführen:

- Der Bau der Strecke wurde im Stadtrat einstimmig beschlossen.

- Um die Strecke möglichst Stadtbildverträglich zu gestalten wurde sie von der MVG in einer Qualität geplant, wie noch keine Neubaustrecke zuvor. Die Oberleitung wird an besonders filigranen Masten befestigt und kommt mit nur einem einzigen sichtbaren Draht aus. (Keine ICE-Fahrleitung für die Tram, so wie bisher.)

- Der Effekt des Schienenbonus ist nachgewiesen. Überall wo ein Bus durch eine Tram ersetzt wird, nutzen 1/3 mehr Bürger den ÖPNV. Zusammen mit den neuen Wohnungen die entlang der Strecke entsthen bringt dies eine rentable Auslastung der Straßenbahn. MVG-Chef König würde sicher nichts bauen, was sich nicht rechnet.

- Die ach so wertvollen Bäume auf dem Mittelstreifen wurden nie offiziell gepflanzt. Es handelt sich vielmehr um Wildwuchs.

- Für die gefällten Bäume werden Ersatzpflanzungen vorgenommen.

- Daß selbst die CSU lernfähig ist, hat Stadtrat Robert Brannekämper bewiesen. Im Wahlkampf klebte er noch Plakate gegen den "Trambahnwahn". Inzwischen hat er sich jedoch von den Vorteilen überzeugen lassen und trägt das Projekt mit.

Im 25. Jahr ihres Bestehens werden sich die Straßenbahnfreunde München ebenso für die Erweiterung der Münchner Trambahn einsetzten, wie sie es früher gegen deren Stilllegung getan haben.

 

Zur Geschichte der Trambahn mach Sankt Emmeram:

Die Planungen gehen bis auf das Jahr 1960 zurück. Der breite Mittelstreifen der Cosimastraße existiert überhaupt nur deswegen, weil die Tramverlängerung bereits beim Bau der Straße vorgesehen war. Die bislang vorhandenen Beleuchtungsmasten waren bereits als Oberleitungsmasten für die Straßenbahn vorgesehen. Als Teilstück der Geplanten Verbindung wurde 1970 die Strecke vom Effnerplatz zum Cosimapark eröffnet. Wegen der U-Bahnbauarbeiten wurde diese Strecke 1980 "vorübergehend" stillgelegt. Entgegen der seinerzeitigen Versprechungen ließ Oberbürgermeister Erich Kiesl die Strecke nach Abschluß der Bauarbeiten nicht wieder einrichten. Dies kostete ihm dann wenig später sein Amt, denn nicht zuletzt wegen seiner trambahnfeindlichen Haltung wurde Oberbürgermeister Erich Kiesl 1984 abgewählt.

 

Links:

 

Information der MVG zur Cosimatram
Ansprache von Oberbürgermeister Christian Ude an die "Trambahnmuffel"

Anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Trambahn nach Pasing bekannte sich der Oberbürgermeister klar zur Erweiterung der Münchner Straßenbahn. Wir bitten die mäßige Tonqualität zu entschuldigen.

aktualisiert am 05.06.2009 FH

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