Straßenbahnfreunde München e.V.

Das war 2007

Unsere Aktivitäten und aktuelles von der Münchner Tram im Jahr 2007

 

 

Begonnen haben wir das neue Jahr mit unserer alljährlichen Silvesterparty in der Trambahn.

Am 04. Januar 2007 verstarb im Alter von 71 Jahren unser Ehrenmitglied Horst Miedreich.  ( 23.9.1935  -  4.1.2007)

Er war genau so ein „Schaffner mit Leib und Söh“, wie ihn Wolfgang Ambros in dem legendären Album „SCHAFFNER LOS“ besingt.

1975 fuhr auf der Münchner Trambahn der letzte Schaffner. Seitdem ist der Mensch durch Automaten und Entwerter ersetzt.

Horst, der früher einmal als Trambahnschaffner und Fahrer der Poststraßenbahn tätig war, demonstruerte auf fast allen unseren Sonderfahrten den Gästen, wie es früher einmal war, als der Fahrgast noch durch Menschen statt durch Automaten bedient wurde. Auch bei zahlreichen Ausflügen zu anderen Verkehrsbetrieben, erfreute er die Leute mit seiner historischen Uniform. In Nürnberg und in Wien wurde er gleich als Gastschaffner „dienstverpflichtet“. 

Obwohl er seit Jahren mit mehreren schweren Krankheiten zu kämpfen hatte, kam er immer tapfer zu allen Vereinsveranstaltungen wann immer sein Gesunheitszustand es ihm er­laubte. Zuletzt hat er noch bei unserer Silvesterfahrt von 2006 auf 2007 eifrig mitgeholfen. Als er am Neujahrsmorgen aus unserer Silvestertrambahn ausstieg, ahnten wir noch nicht, daß dies ein Abschied für immer war.  Vier Tage später hat er im Krankenhaus eine dringend notwendige Operation leider nicht mehr überstanden.

Jetzt sind die Straßenbahnfreunde schaffner­los. 

 

Horst, wir werden Dich vermissen!

 

 

Im März ist die Wartehalle an der Großhesseloher Brücke neu erstanden.

Die originale Wartehalle mußte leider abgerissen werden.

Ner Neubau ist aber dem Original sehr gut nachempfunden.

 

Leider wurden aber die Wartehäuschen am Schilcherweg und an der Menterschwaige nur durch moderne Unterstände mit beleuchtetem Werbeplakat ersetzt. 

Im April nahmen wir an der Tagung der Arbeitsgemeinschaft Historischer Nahverkehr teil, die 2007 in Graz stattfand.
Von Graz fuhren wir weiter nach Zagreb. Dort galt es die letzten zweiachsigen Straßenbahnwagen zu fotografieren. Wir kamen gerade noch rechtzeitig, um diese im täglichen Einsatz zu erleben. Inzwischen sind die 70 neuen Wagen von Koncar ausgeliefert, so daß man auf die Altwagen weitgehend verzichten kann. Interessant ist, daß die alten Wagen fast die gleichen Farben haben, wie die klassische Münchner Lackierung. Dagegen sehen die neuen Wagen fast aus wie unsere Lilakühe. 

Zu Ostern und zu Pfingsten haben wir in mühevoller Handarbeit  jeweils einen 40-tonner-LKW mit Pflastersteinen beladen. Mit diesen Steinen soll das Gelände der Münchner Trambahngesellschaft in Blindheim gestaltet werden,

wo auch unser M/m-Zug 2401 und 3404 untergebracht ist.

Ebenfalls zu Pfingsten hat unser Vorsitzender Klaus Breitner unseren Wagen 2401 wieder in der richtigen Farbe lackiert, nachdem er ja leider im August 2006, kurz vor seinem Abtransport aus München, noch von Schmierfinken verunziert wurde.
Im Frühjahr wurde die Oberleitung der Linie 25 zwischen Großhesseloher Brücke und Grünwald komplett erneuert. Damit ist die Zukunft der 25er nun wohl endgültig gesichert, nachdem bereits über eine Stilllegung diskutiert wurde, nachdem sich MVG und Grünwald lange nicht über die Finanzierung der einzigen Strecke, die das Münchner Stadtgebiet verläßt, einigen konnten.

Besonderen Dank dafür an den Bürgermeister von Grünwald, Jan Neusiedl (CSU). 

- Ja, es gibt auch CSU-Politiker, die für die Trambahn sind - 

Im Juni wurde dann die Wiederinbetriebnahme der Linie 25 mit einem Fest gefeiert. Zur Feier des Tages ließ die MVG sogar den historischen D-Wagen 490 fahren, was leider viel zu selten vorkommt.

Mehr Informationen zu diesem Fest: hier

Im Juni haben wir auf Einladung des Kulturreferats mit einem Informationsstand und einer Fotoausstellung an der Stadtteilwoche in Großhadern teilgenommen.

Außerdem haben wir am Nachtflohmarkt in der Mensa der Universität teilgenommen, wo wir einige doppelt vorhandene Bücher aus unserem Archiv verkaufen konnten.

Im Sommer hetzte die CSU mal wieder gegen die Trambahn:

Diesmal ging es mit großem Geschrei gegen die Verlängerung der Linie 19 vom Pasinger Marienplatz zum Bahnhof Pasing.

OB Ude äußerte sich dazu kürzlich bei der Eröffnung der Ausstellung "Die Moderne Tram in Europa" folgendermaßen:

Die Vorstellung, dass die Trambahn in Pasing weiter ein paar hundert Meter vom Pasinger Bahnhof, einem zentralen Umsteigepunkt halten sollte nannte er albern. "Das wäre genauso, wie wenn man den Transrapid an der Donnersberger Brücke haltenlassen würde, um dann die Fluggäste mit ihren Koffern zu Fuß zum Hauptbahnhof zu schicken."

Im August fand in Blindheim ein Fahrtag statt, bei dem sich ein M-Wagen sogar aus eigener Kraft mittels Strom aus einem Dieselgenerator bewegte.
Ebenfalls im Sommer 2007 wurde mit dem Bau der neuen Linie 23 begonnen und die  Gleise in der Parzivalstraße verlegt.
Hier ein Bild aus dem September, von einer Geburtstagsparty in der Trambahn, die wir organisiert haben. Für die musikalische Unterhaltung sorgen die Monaco Stenz'n.
Im Oktober war es endlich soweit:

Das MVG-Museum wurde eröffnet. Der Zuspruch bei den Münchner Bürgern ist seither ungebrochen, was die Besucherzahlen beweisen.

Mehr Bilder und die aktuellen Öffnungstermine

Im November fuhr dann wieder mal der 490. Anlaß war das 10-jährige Jubiläum der Wiedereröffnung der Stercke Wörthstraße - Rosenheimer Platz - Ostfriedhof

Wenn 2009 die Linie 23 eröffnet wird, dann hat es 12 Jahre gedauert, wis wieder eine neue Trambahnstrecke entstanden ist. Auf die nächste Neubaustrecke möchten wir aber nicht wieder so lange warten müssen!

Im Dezember machten wir wieder unsere traditionelle Fahrerbescherung. Alle Trambahnfahrer, die am Heiligen Abend arbeiten mußten, erhielten von den Straßenbahnfreunden eine kleine Aufmerksamkeit.

Das Jahr beendeten wir genauso, wie wir es angefangen haben: Mit der Silvester-Trambahn.

Auch von 2007 nach 2008 fuhren wir mit 2 P/p-Garnituren.

 

aktualisiert am 01.03.2008

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